"Wir sind das was wir wiederholt tun, Vorzüglichkeit ist daher keine Handlung, sondern eine Gewohnheit."
Aristoteles
- Unser Training legt mehr Wert auf die Vermittlung der grundlegenden Prinzipien im Hinblick auf ihre Anwendbarkeit, als auf losgelöstes Technikpauken.
- Wir trainieren weder Formen noch festgelegte Handlungsabfolgen.
- Da Härte für uns im Training kein Kennzeichen von Effizienz darstellt, ist unser Angebot sowohl für Fortgeschrittenen als auch für Anfänger geeignet..
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Kadena-Pinoy Boxen:
Die waffenlosen Konzepte im Escrima basieren ganz wesentlich auf dem sogenannten Ignoranzprinzip und Spontanreaktionen, die ohne muskuläre Vorspannung auskommen. Das Ignoranzprinzip löst - überraschend einfach und wirkungsvoll - eine Vielzahl von Problemen, die einen bei Bedrohungen und Angriffen bedrängen: Wie halte ich mir den Aggressor trotz unterschiedlichster Angriffsmöglichkeiten vom Leib? Wie gehe ich mit dem Stress um, bedroht zu werden? Und wie mache ich mich so ungenießbar, dass er von mir ablässt? In seiner konsequentesten Form wurde das Ignoranzprinzip im Laufe der Geschichte in Europa verwirklicht - durch die Entwicklung der Schusswaffen: Denn mit der Pistole in der Hand spielt es natürlich keine Rolle mehr, ob man von links oder rechts, von einem starken oder schnellen Gegner, mit einem Faustschlag, einem Fußtritt oder einer Waffe attackiert wird - die Handlung des Verteidigers bleibt immer gleich. Was einerseits den Reaktionsstress wesentlich reduziert und dadurch andererseits die Erfolgschancen enorm steigert.
Ähnlich funktioniert das auch beim waffenlosen Escrima:
- Einfach - durch aktives Pushen (schubsen) und die einzigartige Crossguard mit dem "Figur-8"-Prinzip wird es gleichgültig, wie uns der Gegner angreift, das Reagieren auf verschiedenste Angriffe wird überflüssig, der nervliche Stress wird geringer, und der Verteidiger bleibt - statt zu erstarren - handlungsfähig.
- Effektiv - durch muskelvorspannungsfreie Spontanreaktionen kommt man dem Angreifer leicht zuvor, die spezielle F8-Eingangstechnik und die Push & Pull -Technik (spezielle Schock- und Kontrollaktionen mit hohem Frequenzdruck, die das Gehirn des Aggressors überfrachten) und spezielle Beinarbeit (U-Schwungprinzip) lassen Angriffe wie Schläge oder Tritte wirkungslos im Sande verlaufen, weil der Angreifer über seine schwachen Flanken aus dem Gleichgewicht gebracht und dadurch kontrolliert wird. Durch raffinierte Schlagaktionen mit der offenen Hand, die auf Grund sogenannter Schwungraumausnutzungs-Energien sehr kurz, praktisch unvorhersehbar und wirkungsvoll sind, wird der Angreifer gestoppt und falls notwendig letztlich kampfunfähig.
- Flexibel - sollte einen der Angreifer doch mal packen können, setzen sofort die balancebrechenden sogenannten "Bohr-Techniken" (Nervenpunktattacken) ein, deren extremer Schmerz ihn auf der Stelle zum loslassen zwingt, ohne gleich nachhaltige Schäden zu verursachen. Im äußersten Notfall - und erst dann! - lassen aber auch Mittel einsetzen, die einen Aggressor nachhaltig stoppen.
- Intelligent - wesentlicher Bestandteil der praktischen Anwendungen ist ein spezifisches Opfer-Täter Verhaltenstraining, mit dessen Hilfe sich bedrohliche Situationen auch auf der mentalen Ebene beeinflussen und sogar entscheiden lassen.
Das System
- Unser Konzept stützt sich auf die Grundlagen des ETF-Combat-Escrima. Entwickelt wurde es speziell um die Bedürfnisse von Personen zu erfüllen, die regelmäßig mit Gewalt und Konfliktsituationen konfrontiert sind. Eine Hunderte von Jahren alte, unverwässerte, philippinische Kampfkunst, von Sicherheitsprofis in den letzten 30 Jahren in USA und Europa für hiesige Verhältnisse weiterentwickelt und laufend auf dem neuesten Stand gehalten.
Das philippinische Boxen - Der Pinoy-Stil im Profiboxen
Für fast 3 Jahrzehnte - von Anfang der Zwanziger Jahre bis Ende der Vierziger Jahre - dominierte der Pinoy-Stil das Profiboxen in den unteren Gewichtsklassen bis einschließlich dem Mittelgewicht, wo z.B. Ceferino Garcia (berühmt für seinen Bolopunch, der als einer der zerstörerischsten Schläge der Boxgeschichte galt) 13 Jahre Weltmeister war.
Der Pinoy-Stil beeinflusste das Profiboxen so nachhaltig, dass er ab Mitte der 30´er Jahre dessen Gesicht total veränderte.
Kennzeichnend für den Pinoy-Stil war die völlig andere Konzeption des Kampfstiles so u.a. der seitliche versetzte Stand (Anwinkeln des Gegners), die sehr universelle Crossguard mit den dazugehörigen Deflect-Bewegungen, der ständige Versuch den Gegner auf die Außenbahn zu ziehen und ihn dadurch zum Bloßlegen seiner Flanken zu verleiten und sich letztlich zu verausgaben, oder ihn andernfalls mit ansatzlosen Jabs mit der locker hängenden Führhand - kombiniert mit der Shufflefußarbeit, aus der Distanz unter Druck zu setzen und zu provozieren, eine besondere Art des Fallenstellens, sowie die Pusharbeit im Nahkampf (in Schläge integrierte Schubsbewegungen), eine eigenständige Schlagschule, sowie daraus resultierenden ansatzlosen wuchtige Overheadpunches und auch andere sogenannte Shortpowerpunches (dadurch viele eindrucksvolle K.O.`s auch in den leichten Gewichtsklassen), spezielle Abtauchbewegungen usw.
Erkennend, das Kämpfe in der bislang normalen Kampfdistanz aus der üblichen vorwärts-gerichteten Links-oder Rechtsauslage gegen die Filipinos schwer führbar waren, suchten irgendwann die meisten Boxer sofort die Nahdistanz.
Da das Boxen durch diese Entwicklung erheblich an Ästhetik einbüßte und fürs Publikum eher wie eine Mischung aus griechisch-römischem Ringen und boxerischen Schlagaktionen aus der Nahdistanz anmutete, veränderte man schließlich die Boxregeln, so dass die Kämpfe wieder vermehrt "boxerischer" auf Distanz geführt werden mussten.
Zum Einen besteht ein wesentlicher Unterschied zwischen den philippinischen Methoden und anderen fernöstlichen Kampfstilen ja genau darin, dass die philippinischen Konzepte ihre Funktionalität eben auch hinlänglich über den beschriebenen langen Zeitraum von fast 30 Jahren im Profiboxen bewiesen haben, ebenso wie schon in früheren Zeiten in Duellen und in kriegerischen Auseinandersetzungen, sowie bei Guerillaeinsätzen - zuletzt im zweiten Weltkrieg. (Vergleichbar ist hier bei den asiatischen Kampfarten eigentlich nur der Erfolg einzelner thailändischer Muai Thai Kämpfer im westlichen Boxen, sowie die Geschichte des Muai Thai.)
Zum Anderen besitzen die philippinischen Methoden eben gerade auch eine völlig eigene technische Identität, die z.B. mit dem westlichen Boxen nicht vergleichbar ist. Das gesamte technische Verständnis; der Krafteinsatz - die Art und Weise wie die Kraft aus den Beinen geholt wird, wie man zum Gegner steht, die speziellen Konzepte zur Schwungraum-ausnutzung für besonders ökonomische, kurze Powerschläge, die eigenständige Schlagschule mit zwei fast gleichwertigen Schlaghänden und der dafür notwendigen Positionierung zum Gegner und die bereits zuvor beschriebenen Methoden der Gegnerkontrolle - das Pushen und das Auswinkelns des Gegners, machen die philippinischen Methoden sogar einzigartig.
Pinoy Boxing Doku
Quelle: Bernd Schubert
Foto: Michel Ruge - ETF Escrima
Michel Ruge -Trailer
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