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"Wir sind das was wir wiederholt tun, Vorzüglichkeit ist daher keine Handlung, sondern eine Gewohnheit."
Aristoteles


Kadena-Pinoy Boxen:

Bernd/Ulli

 Die waffenlosen Konzepte im Escrima basieren ganz wesentlich auf dem sogenannten Ignoranzprinzip und Spontanreaktionen, die ohne muskuläre Vorspannung auskommen. Das Ignoranzprinzip löst - überraschend einfach und wirkungsvoll - eine Vielzahl von Problemen, die einen bei Bedrohungen und Angriffen bedrängen: Wie halte ich mir den Aggressor trotz unterschiedlichster Angriffsmöglichkeiten vom Leib? Wie gehe ich mit dem Stress um, bedroht zu werden? Und wie mache ich mich so ungenießbar, dass er von mir ablässt? In seiner konsequentesten Form wurde das Ignoranzprinzip im Laufe der Geschichte in Europa verwirklicht - durch die Entwicklung der Schusswaffen: Denn mit der Pistole in der Hand spielt es natürlich keine Rolle mehr, ob man von links oder rechts, von einem starken oder schnellen Gegner, mit einem Faustschlag, einem Fußtritt oder einer Waffe attackiert wird - die Handlung des Verteidigers bleibt immer gleich. Was einerseits den Reaktionsstress wesentlich reduziert und dadurch andererseits die Erfolgschancen enorm steigert.

Ähnlich funktioniert das auch beim waffenlosen Escrima:

cross guard

Das philippinische Boxen - Der Pinoy-Stil im Profiboxen

Bernd/Ulli

Für fast 3 Jahrzehnte - von Anfang der Zwanziger Jahre bis Ende der Vierziger Jahre - dominierte der Pinoy-Stil das Profiboxen in den unteren Gewichtsklassen bis einschließlich dem Mittelgewicht, wo z.B. Ceferino Garcia (berühmt für seinen Bolopunch, der als einer der zerstörerischsten Schläge der Boxgeschichte galt) 13 Jahre Weltmeister war.

Der Pinoy-Stil beeinflusste das Profiboxen so nachhaltig, dass er ab Mitte der 30er Jahre dessen Gesicht total veränderte.

Kennzeichnend für den Pinoy-Stil war die völlig andere Konzeption des Kampfstiles so u.a. der seitliche versetzte Stand (Anwinkeln des Gegners), die sehr universelle Crossguard mit den dazugehörigen Deflect-Bewegungen, der ständige Versuch den Gegner auf die Außenbahn zu ziehen und ihn dadurch zum Bloßlegen seiner Flanken zu verleiten und sich letztlich zu verausgaben, oder ihn andernfalls mit ansatzlosen Jabs mit der locker hängenden Führhand - kombiniert mit der Shufflefußarbeit, aus der Distanz unter Druck zu setzen und zu provozieren, eine besondere Art des Fallenstellens, sowie die Pusharbeit im Nahkampf (in Schläge integrierte Schubsbewegungen), eine eigenständige Schlagschule, sowie daraus resultierenden ansatzlosen wuchtige Overheadpunches und auch andere sogenannte Shortpowerpunches (dadurch viele eindrucksvolle K.O.`s auch in den leichten Gewichtsklassen), spezielle Abtauchbewegungen usw.

Erkennend, das Kämpfe in der bislang normalen Kampfdistanz aus der üblichen vorwärts-gerichteten Links-oder Rechtsauslage gegen die Filipinos schwer führbar waren, suchten irgendwann die meisten Boxer sofort die Nahdistanz.
Da das Boxen durch diese Entwicklung erheblich an Ästhetik einbüßte und fürs Publikum eher wie eine Mischung aus griechisch-römischem Ringen und boxerischen Schlagaktionen aus der Nahdistanz anmutete, veränderte man schließlich die Boxregeln, so dass die Kämpfe wieder vermehrt "boxerischer" auf Distanz geführt werden mussten.

Zum Einen besteht ein wesentlicher Unterschied zwischen den philippinischen Methoden und anderen fernöstlichen Kampfstilen ja genau darin, dass die philippinischen Konzepte ihre Funktionalität eben auch hinlänglich über den beschriebenen langen Zeitraum von fast 30 Jahren im Profiboxen bewiesen haben, ebenso wie schon in früheren Zeiten in Duellen und in kriegerischen Auseinandersetzungen, sowie bei Guerillaeinsätzen - zuletzt im zweiten Weltkrieg. (Vergleichbar ist hier bei den asiatischen Kampfarten eigentlich nur der Erfolg einzelner thailändischer Muai Thai Kämpfer im westlichen Boxen, sowie die Geschichte des Muai Thai.)

Zum Anderen besitzen die philippinischen Methoden eben gerade auch eine völlig eigene technische Identität, die z.B. mit dem westlichen Boxen nicht vergleichbar ist. Das gesamte technische Verständnis; der Krafteinsatz - die Art und Weise wie die Kraft aus den Beinen geholt wird, wie man zum Gegner steht, die speziellen Konzepte zur Schwungraum-ausnutzung für besonders ökonomische, kurze Powerschläge, die eigenständige Schlagschule mit zwei fast gleichwertigen Schlaghänden und der dafür notwendigen Positionierung zum Gegner und die bereits zuvor beschriebenen Methoden der Gegnerkontrolle - das Pushen und das Auswinkelns des Gegners, machen die philippinischen Methoden sogar einzigartig.
Pinoy Boxing Doku
Quelle: Bernd Schubert
Foto: Michel Ruge - ETF Escrima
Michel Ruge -Trailer Combat Escrima
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